Linux auf Eee-PC 901: Easy Peasy 1.0 vs. eeebuntu-2.0 vs. Ubuntu 8.0.10 Basteleien
19. Januar 2009 Kategorien:Worum geht es
Derzeit gibt es drei auf den ersten Blick gute Möglichkeiten, Linux auf seinen Eee-PC 901 zu bringen. Easy Peasy 1.0 (ehemals ubuntu-eee), eeebuntu-2.0 Netbook Remix (NBR) und selber basteln aus der Standard Ubuntu Installation. Ziel war es, einen Vergleich nach möglichst objektiven Gesichtspunkten zu erstellen. Eine Zusammenfassung gibt’s am Ende.
Gemeinsamkeiten
Alle drei Varianten haben die identische Benuteroberflächte Ubuntu Netbook Remix, fußen auf Ubuntu 8.0.4 oder 8.0.10 und nutzen z. T. den angepassten Kernel von array.org. Warum also vergleichen? Zum Einen interessierte uns der Aufwand bei der Installation, natürlich die Geschwindigkeit, die Anpassungen der Oberfläche, die Treiberintegration für Features wie WLAN, Bluetooth und die Hotkeys, sowie letztlich die Möglichkeiten den kleinen Weggefährten zu verschlüsseln.
Installation
Die Installation ist mehr als einfach. Mittels UNetbootin das ISO auf einen USB-Stick laden, das System vom Stick booten und installieren. Wenn man darauf achtet, auch die kleinere SSD für die Boot-Parition zu wählen, klappt es auf Anhieb.
Um beide SSDs zu nutzen (was über den die automatische Partitionierung nicht funktioniert, hier kann nur entweder die kleine oder große verwenden), habe manuell ich die kleine SSD mit 128 MB für /boot, den Rest für /var (siehe M 4.105 Erste Maßnahmen nach einer Unix-Standardinstallation und M 4.106 Aktivieren der Systemprotokollierung. Die große hat den ganzen Platz / bekommen (alle FS sind ext3), Swap braucht das System nicht (Begründung siehe dieser Blog-Eintrag).
Im Anschluss noch den Namen des ersten Benutzers samt Passwort und Computername eintragen (ein leeres Passwort funktioniert nicht, eine Kontrolle auf Passwort-Länge oder Trivialität findet leider nicht statt). Es folgt eine Übersicht über die gewählten Optionen und dann geht’s schon los.
Damit der Installer nicht nach jedem Neustart erscheint, noch diesen Tipp befolgen.
Nach der Installation sind inkl. aller Updates 2,7 GB Festplattenplatz verbraucht.
Boot-Zeit
(gemessen ab Drücken des “Ein” Knopfs, inkl. 3 Sekunden Grub Timeout):
48 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm
19 Sekunden nach Anmeldung bis der Desktop geladen ist
Suspend funktioniert, Hibernate aufgrund fehlendem Swap entsprechend nicht.
Hotkeys und Verbindungen
- WLAN: sehr gut, der Connection Manager hat die Fritz-Box gleich erkannt und nach Eingabe des WPA2 Keys eine Verbindung hergestellt, wenn auch nicht mit mit Draft-N, sondern “nur” nach g-Standard
- Bluetooth: Ein Pairing wurde nicht versucht, Geräte wurden aber gefunden
- Hotkeys:
- sleep: ja
- WLAN toggle: nein
- heller: nein
- dunkler: nein
- bildschirme: nein
- alt+f6: systemmonitor poppt auf
- stumm: nein
- lauter: ja
- leiser: ja
- Bildschirm schwarz: ja
- zweiter hotkey: nichts
- dritter hotkey: CPU Modi umschalten
- vierter hotkey: Fan control
- Ein-/Auschaltknopf: ja
Software
Es ist schon recht viel Sinnvolles (u. A. Picasa, Flash-Plugin, Sun Java 6) vorinstalliert. Truecrypt hat gefehlt, aber das ist kein Manko.Mir hat eigentlich nur noch Truecrypt gefehlt und Skype wurde als Schweinesoftware erstmal runtergeworfen.
Startzeiten von Software
Firefox: 3 Sekunden
OpenOffice Writer: 4 Sekunden
OpenOffice Presentation (ohne Wizard): 4 Sekunden
Verschlüsselung
Es gibt leider keine Möglichkeit während der Installation oder danach mit Bordmitteln zu verschlüsseln. Daher bleibt nur, die etwas aufwändigeren Standardmöglichkeiten zu nutzen.
Eeebuntu Netbook Remix 2.0
Installation
Die Installation erfolgt – wer häts gedacht – identisch mit Easy Peasy.
Die Oberfläche hat etwas mehr Anzeigen (Caps-Lock, Num-Lock, System-Monitor…) im Vergleich zu Easy Peasy und einen Launcher für das normale Gnome Menü. Interessant ist Eeebuntu EeeConfigure in dem man sein Modell auswählt und die entsprechenden Skripte zur Konfiguration gestartet werden.
Was fehlt ist die Sprachunterstützung deutsch, obwohl bei der Installation deutsch als Sprache gewählt wurde. Dies lässt sich aber leicht in der Paketverwaltung Synaptic oder mit apt durch Wahl der Pakete language-pack-de-base, language-pack-de, language-pack-gnome-de-base und language-pack-gnome-de beheben. Danach noch im Gnome Kontrollzentrum Deutsch auswählen, dann sind auch die noch fehlenden Pakete wie OpenOffice und Co auf der Platte.
Was ebenfalls fehlt ist maximus, der dafür sorgt, dass die Fenster immer maximiert dargestellt werden und die oberste Leiste der Fenster entfernt wird. Das Paket sollte beim Einsatz vom Ubuntu Netbook Remix eigentlich immer installiert und aktiv sein, um den Bildschirm optimal ausnutzen zu können (siehe auch hier).
Nach der Installation sind inkl. aller Updates und Sprachdateien 2,7 GB Festplattenplatz verbraucht – wiederrum identisch mit Easy Peasy.
Boot-Zeit
(gemessen ab Drücken des “Ein” Knopfs, inkl. 3 Sekunden Grub Timeout):
52 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm
22 Sekunden nach Anmeldung bis der Desktop geladen ist
Suspend funktioniert (allerdings fliegt hin und wieder die WLAN-Verbindung beim Wiederanlauf raus), Hibernate aufgrund fehlendem bzw. Swap entsprechend nicht.
Hotkeys und Verbindungen
- WLAN: identisch mit Easy Peasy
- Bluetooth: identisch mit Easy Peasy
- Hotkeys:
- sleep: ja
- WLAN toggle: nein
- heller: ja (ohne Anzeige)
- dunkler: nein (ohne Anzeige)
- bildschirme: nein
- alt+f6: nein
- stumm: ja
- lauter: ja
- leiser: ja
- Bildschirm schwarz: nein
- zweiter hotkey: nichts
- dritter hotkey: nichts
- vierter hotkey: nichts
- Ein-/Auschaltknopf: ja
Software
Es ist schon recht viel Sinnvolles (u. A. Thunderbird, gFTP, Flash-Plugin, Sun Java 6) vorinstalliert. Truecrypt hat auch hier gefehlt, aber das ist ja kein Manko.
Startzeiten von Software
Firefox: 4 Sekunden
OpenOffice Writer: 6 Sekunden
OpenOffice Presentation (ohne Wizard): 5 Sekunden
Verschlüsselung
identisch mit Easy Peasy
Ubuntu 8.0.10 Basteleien
Installation
Die Installation ist am aufwändigsten (logisch, ist ja selbst gebastelt
), eine Beschreibung gibt’s unter dem Link im Titel.
Nach der Installation sind inkl. aller Updates 2,6 GB Festplattenplatz verbraucht.
Boot-Zeit unverschlüsselt
(gemessen ab Drücken des “Ein” Knopfs, inkl. 3 Sekunden Grub Timeout):
51 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm
26 Sekunden nach Anmeldung bis der Desktop geladen ist
Mit Lean Kernel
44 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm
21 Sekunden nach Anmeldung bis der Desktop geladen ist
Boot-Zeit verschlüsselt
(gemessen ab Drücken des “Ein” Knopfs, inkl. 3 Sekunden Grub Timeout):
17 Sekunden bis zur Passworteingabe erste Partition
21 Sekunden bis zur Passworteingabe zweite Partition
20 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm
23 Sekunden nach Anmeldung bis der Desktop geladen ist
Mit Lean Kernel
17 Sekunden bis zur Passworteingabe erste Partition
18 Sekunden bis zur Passworteingabe zweite Partition
22 Sekunden bis zum Anmeldebildschirm
25 Sekunden nach Anmeldung bis der Desktop geladen ist
Suspend funktioniert in allen Konstellationen, Hibernate aufgrund fehlendem Swap entsprechend nicht.
Hotkeys und Verbindungen
- WLAN: sehr gut, der Connection Manager hat die Fritz-Box gleich erkannt und nach Eingabe des WPA2 Keys eine Verbindung hergestellt, wenn auch nicht mit mit Draft-N, sondern “nur” nach g-Standard
- Bluetooth: Ein Pairing wurde nicht versucht, Geräte wurden aber gefunden
- Hotkeys:
- sleep: ja
- WLAN toggle: ja
- heller: ja
- dunkler: ja
- bildschirme: ja
- alt+f6: systemmonitor poppt auf
- stumm: ja
- lauter: ja
- leiser: ja
- Bildschirm schwarz: ja
- zweiter hotkey: Bluetooth an/aus
- dritter hotkey: Webcam an/aus
- vierter hotkey: CPU Modi umschalten
- Ein-/Auschaltknopf: ja
Software
Ubuntu Desktop Alternate Standard Software. Sehr hübsch ist Eee-Acpi zur Konfiguration der EEE-PC Hotkeys und -Funktionen.
Startzeiten von Software unverschlüsselt
Firefox: 3 Sekunden
OpenOffice Writer: 4 Sekunden
OpenOffice Presentation (ohne Wizard): 4 Sekunden
Startzeiten von Software verschlüsselt
Firefox: 4 Sekunden
OpenOffice Writer: 5 Sekunden
OpenOffice Presentation (ohne Wizard): 4 Sekunden
Verschlüsselung
Bei der Installation kann man die ganze Festplatte verschlüsseln (bis auf /boot naturgemäß). Aufgrund der Aufteilung auf 2 physikalische SSDs muss man leider zwei Mal ein Passwort eingeben.
Zusammenfassung
Details zu den einzelnen Punkten im Fließtext.
| Easy Peasy | eeebuntu-2.0 NB | Ubuntu 8.0.10 Basteleien | |
|---|---|---|---|
| Installation |
|
|
deutlich am aufwändigsten |
| Speicherverbrauch | 2,7 GB | 2,7 GB | 2,6 GB |
| Boot-Zeit eee-pc Kernel (ohne Nutzereingaben) | insgesamt 67 Sekunden | insgesamt 74 Sekunden | insgesamt 77 Sekunden (unverschlüsselt) insgesamt 81 Sekunden (verschlüsselt) |
| Boot-Zeit eee-pc-lean Kernel | n/a | n/a | insgesamt 65 Sekunden (unverschlüsselt) insgesamt 83 Sekunden (verschlüsselt) |
| Hotkeys und Verbindungen | einige funktionieren | einige funktionieren | (fast) alle funktionieren |
| Software |
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Standard Ubuntu Desktop Alternate |
| Startzeiten von Software | schnellste Startzeiten im Feld | wenig, aber dennoch spürbar langsamer | schnellste Startzeiten im Feld |
| Verschlüsselung |
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Fazit
Die beiden speziellen Eee-PC Distributionen schenken sich nicht viel. eeebuntu-2.0 wirkt derzeit ausgereifter, Easy Peasy ist einen Tick schneller. Enttäuschend ist, dass beide nicht in der Lage sind alle Hotkeys zu bedienen, ebenso wie die fehlende Verschlüsselungsoption bei der Installation.
Deutlich am aufwändigsten und – vom Lean Kernel abgesehen – leider am langsamsten ist die selbst installierte Variante, wobei hier natürlich noch viel zu optimieren wäre. Konkurenzlos im Feld ist die Verschlüsselungsmöglichkeit direkt bei der Installation.
Ein wirklicher Sieger ist also nicht zu bestimmen. Ohne Verschlüsselung würde ich Easy Peasy aufgrund der Geschwindigkeit wählen, den Lean-Kernel installieren und das Eee-Acpi Script wie in der selbstgebastelten Variante. Will man verschlüsseln, kommt man am selber basteln derzeit nicht vorbei.
/gt








