eee-pc 901 mit Ubuntu, Festplattenverschlüsselung, WLAN uvm. – aktualisierte Fassung
19. Januar 2009 Kategorien:Es wird Zeit, diese Anleitung zu aktualisieren. Mal lernt ja nie aus
Die jetzt vorliegende Fassung ist an einigen Stellen etwas eleganter und basiert nicht auf Ubuntu 8.0.4., sondern 8.0.10. Ein Hauptantrieb für die Fortschreibung war die Tatsache, dass der von array.org bereitgestellte Kernel für die 8.10 aktueller ist und es scheint, als würde der 8.0.4er Kernel nicht weiterentwickelt.
Die Ziele bleiben die Gleichen, die verwendeten Quellen ebenfalls:
- Installation der alternate Version vom USB-Stick
- verschlüsselte Festplatten
- funktionierende Hot-Keys
- LAN und WLAN-Verbindung
- Ubuntu Netbook Remix (alternative Oberfläche)
- Verbindung zu einem Nokia
E61E71 (und anderen Telefonen) über Bluetooth - Nutzung der Bluetooth-Verbindung für Online-Zugang
USB-Stick vorbereiten
Man nehme UNetbootin und lade damit (Option “ISO”) das ISO auf einen USB-Stick. Anschließend die beiden Dateien “stable” und “unstable” im Verzeichnis dists löschen, zwei gleiche lautende Verzeichnisse anlegen und die alles aus /dists/intrepid in die Verzeichnisse kopieren, so dass nachher in /dists/intrepid, /dists/stable und /dists/unstable der gleiche Inhalt enthalten ist. Im Anschluss noch die ISO-Datei auf den Stick kopieren, dann das System vom Stick booten und installieren.
vom USB-Stick installieren
Den Stick in den eee-pc einstecken, das System starten und bei Anzeige der BIOS-Informationen Escape drücken. Hier den USB-Speicher auswählen. Es erscheint das Grub-Menü – “default” auswählen. Nach der (fehlgeschlagenen) CD-Rom Erkennung die Treiber nicht von Diskette laden und auch kein Modul oder Gerät auswählen (die Fehlermeldung im Anschluss einfach ignorieren). Im Anschluss mit ALT+F2 in die Konsole und mit Enter die Konsole aktivieren
mkdir /cdrom (existiert vielleicht schon) mount -t vfat /dev/sdc1 /cdrom
mit ALT+F1 wieder zum Installer zurück. Dann den Menüpunkt Installer-Komponenten von CD laden auswählen und Option load-iso auswählen. Es wird einiges geladen und dann mitgeteilt, dass keine Netzwerk-Schnittstelle gefunden wurde. Dies muss man ignorieren und dann den Rechnernamen eingeben. Im Anschluss wird die Partitionierung gestartet.
Partitionierung
Swap oder nicht-Swap?
Der verwendete eee-pc hat 2 GB RAM und das muss auch reichen. Suspend to RAM wird nicht benötigt (und braucht auch einiges an SWAP-Space), daher wurde diese Konfiguration gewählt. Ein Hinweis noch: Wer SWAP-Space verschlüsselt haben möchte, sollte auf der entsprechenden Partition LVM konfigurieren, um das Passwort nicht für jede Partition eingeben zu müssen.
ohne Verschlüsselung
Wir nehmen die manuelle Partitionierung. Die kleine SSD auswählen und eine neue Partitionstabelle anlegen. Im Anschluss eine primäre Partiton mit 128 MB Größe auswählen, auf den Einhängepunkt /boot konfigurieren, dass Boot-Flag setzen und das Anlegen der Partition beenden.
Dann den freien Speicher der SSD auswählen, eine neue Partition mit voller noch zur Verfügung stehender Größe erstellen und als Mountpoint /var konfigurieren. Auf die große SSD konfigurieren wir eine einzige, primäre Partition moit Einhängepunkt /. Dann die Änderungen übernehmen. Es geht weiter im Abschnitt verschlüsselt oder nicht, hier gehts weiter.
mit Verschlüsselung
Manuelle Partitionierung auswählen, sowohl die 4 GB, als auch die 8 GB SSD wählen und eine jeweils leere Partitionstabelle erstellen.
Auf der 4 GB SSD eine neue primäre Partition mit 128 MB, ext3, mount-point /boot und Boot-Flag auf erstellen, auf dem verbleibenden Speicher und auf der 8 GB SSD ein physikalisches Volume für Verschlüsselung mit maximalem Platz anlegen. Dann auf verschlüsselte Datenträger konfigurieren gehen und das Passwort angeben. Dann verschlüsselte Datenträger konfigurieren auswählen und die Änderungen auf Platte schreiben. Da 2 Festplatten verschlüsselt werden, müssen 2×2 Passwörter eingegeben werden.
Im Anschluss das kleinere verschlüsselte Volume auswählen und den MountPoint auf /var ändern und dann das Anlegen der Partition beenden. Das große verschlüsselte Volume analog auf /setzen. Das wars, den Vorgang mit “Paritionierung beenden und Änderungen übernehmen” beenden und die Änderungen auf Festplatte schreiben.
verschlüsselt oder nicht, hier gehts weiter
Swap-Speicher haben wir bewusst nicht erstellt, daher die Fehlermeldung ignorieren und mit “nein” weitermachen und die Änderungen auf die Festplatten schreiben. Jetzt werden die Partitionen erzeugt und formatiert. Anschließend wird das Grundsystem installiert. Nun den vollen Namen des Benutzers eingeben, Benutzernamen und Passwort setzen. Jetzt kann man wählen, ob das Home-Verzeichnis verschlüsselt sein soll. In jedem Fall eine gute Idee und dringend zu empfehlen!
Keinen HTTP Proxy angeben (sinnfrei, da die Netzwerkkarte ja noch nicht vom Kernel erkannt wird), daher Language Support auch nicht herunterladen. Nach ca. 2 Minuten kann man wählen, welche Pakete man installieren möchte. Desktop auswählen (OpenSSH-Server bei Bedarf ebenfalls). Wer nichts auswählt hat im Nachgang keine X-Oberfläche und muss sie von Hand nachinstallieren. Aufwändiger, aber die Installation bleibt zunächst schlanker. Jetzt noch die Frage zur Systemuhrzeit (UTC ja/nein) beantworten und neu starten.
wenn vollständig verschlüsselt
Nach der Installation das System booten und das Passwort für “/” eingeben. Diese Abfrage erscheint noch mit grafischem Boot-Screen. Die Abfrage für /home ist auf der Konsole. Nun noch als Benutzer anmelden und heyhey, willkommen auf Ubuntu Desktop!
angepassten Kernel installieren
Zunächst müssen die aktuellen DEB-Pakete von array.org auf den USB-Stick kopiert werden, da der eee-pc noch kein Netz hat.
cd /media/live wget http://www.array.org/ubuntu/dists/intrepid/eeepc/binary-i386/linux-image-2.6.27-8-eeepc_2.6.27-8.17eeepc1_i386.deb wget http://www.array.org/ubuntu/dists/intrepid/eeepc/binary-i386/linux-restricted-modules-eeepc_2.6.27.8.12eeepc1_i386.deb
Dann den Stick im eee-pc mounten und mittels
dpkg -i /media/disk/linux-image-2.6.27-8-eeepc_2.6.27-8.17eeepc1_i386.deb /media/disk/linux-restricted-modules-eeepc_2.6.27.8.12eeepc1_i386.deb
installieren.
Nach dem erforderlichen Reboot ein Netzwerkkabel anschließen. Mit einem DHCP-Server im Rücken ist man bereits online. Um künftig Updates des angepassten Kernels zu erhalten, sollte man das Repository hinzufügen. Mit nano /etc/apt/sources.list die sources.list editieren und folgenden Inhalt hineinkopieren:
# angepasster Kernel für eeepc von array.org # http://www.array.org/ubuntu/array.list deb http://www.array.org/ubuntu intrepid eeepc
Im Anschluss noch den Key in den apt-Schlüsselspeicher importieren:
cd /tmp wget http://www.array.org/ubuntu/array-apt-key.asc apt-key add array-apt-key.asc rm array-apt-key.asc
Spätestens jetzt empfiehlt sich mal ein komplettes System-Update mit der bekannten Prozedur
apt-get update apt-get dist-upgrade
Nun kann man, wenn man will, auch die Kernel-Sources installieren: apt-get install linux-headers-`uname -r`
Es gibt noch den “lean”-Kernel von array.org (apt-get install linux-eeepc-lean). Dieser ist experimentell und wurde um nicht notwendige Module geschlankt. Allerdings weist der Autor derzeit darauf hin, dass noch Fehler beinhaltet sein können.
Um die standard-Kernel zu entfernen (optional)
sudo apt-get remove linux-generic linux-image-generic linux-restricted-modules-generic linux-headers-generic
Damit bleibt der letzte Kernel als Fallback installiert, neue generic Kernel werden jedoch nicht installiert.
Hot-Keys nutzbar machen
Mittlerweile ist dies wunderschön gelöst und funktioniert richtig prima und wohlgemerkt besser, als mit eee-control oder eee-config (nicht per SSH ausführen!)
cd /tmp wget http://www.informatik.uni-bremen.de/~elmurato/EeePC/Intrepid_ACPI_scripts-EeePC.tar.gz tar xvzf Intrepid_ACPI_scripts-EeePC.tar.gz cd Intrepid_ACPI_scripts-EeePC/ chmod +x acpi-scripts.sh sudo ./acpi-scripts.sh install
Einrichtung von WLAN
Der Network-Manager sollte nach der Installation alle Funknetze mit SSID-Broadcast anzeigen. Die Verbindung mit einer Fritz-Box mit WPA2-Personal hat problemlos funktioniert, wenn auch nur nach g-Standard, nicht Draft-N.
Ubuntu Netbook Remix
Diese alternative Oberfläche sieht nicht nur schick aus, sondern maximiert die Nutzbarkeit des kleinen Bildschirmes. Aktuell zwar noch als Beta geführt, klappt die Nutzung schon gut und stabil.
Analog der Installation des alternativen Kernels, fügen wir auch hier der sources.list ein Repository mit nano /etc/apt/sources.list hinzu. In der Datein muss folgendes angehängt werden:
# Ubuntu Netbook Remix deb http://ppa.launchpad.net/netbook-remix-team/ubuntu intrepid main deb-src http://ppa.launchpad.net/netbook-remix-team/ubuntu intrepid main
Nach einem apt-get update mittels apt-get install netbook-launcher go-home-applet window-picker-applet human-netbook-theme maximus libclutter-0.8-0 libclutter-gtk-0.8-0 libfakekey0 die benötigten Pakete installieren. Vor dem Abmelden und damit aktivieren, sollten folgende Änderungen an der Gnome-Konfiguration vorgenommen werden. Ansonsten steigt die CPU Last auf 100% und die Netbook Remix Oberfläche stürzt ab.
- Compiz deaktivieren (“System / Einstellungen / Erscheinungsbild / Visuelle Effekte”)
- netbook-launcher in den Autostart (“System / Einstellungen / Sitzungen”, Pfad /usr/bin/netbook-launcher)
- maximus in den Autostart (“System / Einstellungen / Sitzungen”, Pfad /usr/bin/maximus)
Nach der Installation das Human Netbook-Theme wählen (“System / Einstellungen / Erscheinungsbild / Thema”) und die Gnome-Taskleisten anpassen:
- Untere Taskleiste löschen
- In der oberen das Menü entfernen und die Applets “zur Startseite” und “window-picker-applet” hinzufügen
Wer mag, kann die Schriftgrößen verkleinern, um den Bildschirm effektiver zu nutzen (als User ausführen, die Einstellungen sind ja benutzerspezifisch), einfach in den Einstellungen im Punkt “Erscheinungsbild” den Schriftgrad um jeweils 2 Punkte absenken.
Weitere Möglichkeiten, um die Oberfläche aufzuhübschen:
- Ersetzen des Ausschaltknopfs durch das “Ausschalten” Applet
- Installation von Lock Keys bzw.
apt-get install lock-keys-applet - Entfernen unnötige Autostart-Programme (z. B. den Tracker)
- Systemmonitor in die Statusleiste
Bluetooth Dialup
Die folgende Beschreibung wurde mit einem Nokia E71 getestet. Leider ist bei Symbian basierten Geräten die Zuordnung von Service zu Bluetooth-Channel nicht statisch und kann sich z. B. nach einem Reboot ändern. Daher wird auf die statische Konfiguration verzichtet.
Sofern Bluetooth im BIOS noch nicht aktiviert ist, entsprechend aktivieren. Zunächst müssen die Geräte gekoppelt werden. Am Handy oder am eee-pc das Pairing starten, eine PIN vergeben und diese PIN im aufpoppenden Bluetooth Menü eingeben. Sowohl im Handy den Rechner generell authentisieren, als auch das Handy im Rechner.
Für die Bluetooth-Verbindung zunächst nano /etc/ppp/peers/BluetoothDialup und folgenden Text eingeben
debug noauth nomagic lock mtu 1500 mru 1500 novj connect "/usr/sbin/chat -v -f /etc/chatscripts/BluetoothDialup" usepeerdns /dev/rfcomm0 115200 defaultroute crtscts lcp-echo-failure 0
Im Anschluss nano /etc/chatscripts/BluetoothDialup und folgendes eingeben
TIMEOUT 240 ABORT "NO CARRIER" ABORT "NO DIALTONE" ABORT "ERROR" ABORT "NO ANSWER" ABORT "BUSY" "" "+++atz" OK "ATE0V1" OK AT+CGDCONT=1,"IP","internet.eplus.de" OK ATD*99***1# "CONNECT" ""
Die Zugangsdaten des Online-Zugangs müssen noch eingetragen werden: nano /etc/ppp/pap-secrets Im Falle E-Plus/Base "eplus" * "online" hinzufügen.
Das war eigentlich schon der anstrengende Teil. Mit folgendem kleinen Script lässt sich das Channel-Flapping Problem halbwegs elegant umschiffen. nano /usr/local/bin/start-bluetooth-dialup.sh und folgendes eingeben
#!/bin/sh # script to connect via bluetooth-modem connection # eihter use a hard link like described here: # https://help.ubuntu.com/community/BluetoothDialup # # But if you're using a symbian based mobile, the # dialup channel might flap. This script tries to # ease the pain. # # Tobias Glemser (tglemser@tele-consulting.com) # # Version 0.01 # Date 08/08/29 # name your chatscript chatscript=BluetoothDialup # release all rfcomm devices rfcomm release 0 echo "lese bluetooth-verbindungsdaten aus" sdptool search DUN # if you know your mac already, you might want to # comment out the next two line and uncomment the # line after echo "please enter the mac-adress of your device" read mac #mac=XXXXXXXXXX echo "please enter the channel for dial-up networking (digit)" read channel echo "setting /dev/rfcomm0 to $mac, channel $channel" rfcomm bind 0 $mac $channel echo "starting connection\nscript finished" pon $chatscript
Dann noch die Dateirechte ändern und ausführen
chmod 0777 /usr/local/bin/start-bluetooth-dialup.sh /usr/local/bin/start-bluetooth-dialup.sh
Zunächst die entsprechende MAC des Telefons identifizeren und in das Script kopieren, anschließend die Kanalnummer des DialUp Service suchen (Achtung, alle Geräte in der Nähe werden angezeigt, nicht nur das gepairte). Dann verbindet das Script automatisch über das Handy ins Internet. Die Konfiguration ob UMTS oder GPRS wird vom Telefon übernommen.
Wer das Script direkt für Benutzer nutzbar machen möchte, muss per sudo den Befehl rfcomm dem jeweiligen Benutzer freigeben.
Webcam
Die Webcam funktioniert mittlerweile auch, testen kann man es mit dem Paket xawtv (oder anderen).
/gt
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