Sicherheitspaket für Windows Server 2008 R2 fertigestellt

30. November 2011 | No Comments »

Nach den Veröffentlichungen der Sicherheitspakete für die Clients (Windows 7 und Windows XP), Server (Windows Server 2003) sowie des kostenlosen Sicherheitspakets für Browser wurde nun auch das Sicherheitspaket für Windows Server 2008 (R2) fertiggestellt. Dabei wurde wieder die gleiche Vorgehensweise wie bei Windows 7 verfolgt. Die Anforderungen der Grundschutzkataloge des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden um die Inhalte der Microsoft Security Baselines ergänzt.

Da Microsoft die Windows Server 2008 R2-Version im Kern immer noch auf Windows Server 2008 basiert, sind die technischen Anforderungen auf beide Versionen anwendbar. Unterschiede gibt es natürlich trotzdem, diese betreffen aber hauptsächlich Detailverbesserungen wie Stromsparfunktion, DirectAccess, BrancheCache und ein verbessertes Rollenkonzept.

Als Information zur Umsetzung der Vorgaben der Grundschutzkataloge sollte erwähnt werden, dass die Vorgaben des BSI für die Betriebssysteme Windows Server 2003 (B 3.108) und der Allgemeine Server (B 3.101)  nach bestem Wissen auf Windows Server 2008 angewendet wurden, da Windows Server 2008 leider noch nicht Teil der aktuellen Grundschutzkataloge ist.

Alle Informationen zu dem Produkt finden Sie auch auf unserer Homepage.

/ssu

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Serie Cloud Security: Sind shared-images sicher?

10. November 2011 | No Comments »

Im Juni haben Darmstädter Forscher veröffentlicht, dass rund 30% von den 1100 untersuchten Images kritische Informationen beinhalten.

Dies haben Forscher aus Frankreich tiefgehender untersucht und dabei festgestellt, dass mehr als die Hälfte ihrer Untersuchungsgegenstände Informationen preisgaben, die besser vor Image-Freigabe hätten entfernt werden sollen.

Warum Image-Sharing?

Das Prinzip des Image-Sharings ist dafür gedacht, dass Entwickler für andere Entwickler bereits vorbereitete Systemumgebungen breitstellen (MI = Machine Image). Aber natürlich kann man es auch als Template verwenden. So kann mit relativ wenig zeitlichem Aufwand eine virtuelle Maschine gestartet werden (ohne Installation des Betriebssystems).

Was ist nun das Problem?

Untersucht wurden die auf allen Kontinenten frei verfügbaren AMIs (Amazon MIs). Dabei wurden diese auf Folgende Aspekte hin untersucht:

  • sensible Restinformationen (private Schlüssel,Zugangsdaten in Konfigurationsdateien, Backup-Dateien oder der Command-History)
  • Schwachstellen durch veraltete Software
  • Installierte Backdoors und andere Malware
  • Gelöschte Daten wiederherstellen

Gibt es eine Lösung?

Es gibt keine standardisierte Lösung. Sicherheit basiert auf Vertrauen. Offenbar vertrauen viele der Image-Ersteller auf den gutmütigen Nutzer und umgekehrt der Nutzer darauf, dass der  Image-Ersteller keine bösen Absichten hat, wenn Images erstellt oder zur Verfügung gestellt werden und diese durch Andere genutzt werden. Für den Fall dass ein Nutzer dem Image nicht vertraut, dann wird er es auch nicht verwenden und sich dann (hoffentlich) die Mühe machen ein eigenes Image zu erstellen.

Wenn jetzt ein Image-Ersteller sein Image unbedingt anderen Nutzern (es muss ja nicht öffentlich sein, es kann ja auch nur unter bestimmten Nutzergruppen geteilt werden) zur Verfügung stellen will, sollte unbedingt beachten, dass keine sensiblen Restinformationen wie zum Beispiel:

  • Zertifikate oder Schlüssel
  • Backupdateien
  • Befehle (Command-History)
  • Passworte wechseln (oder ganz entfernen) bzw. im Deployment-Prozess auf Zufallspasswörter zurückgreifen

hinterlassen werden. Die gelöschten Dateien sollten zudem sicher gelöscht bzw. überschrieben werden.

Viele Anbieter (hier als Beispiel Amazon) geben darüber hinaus auch Tipps zur Image-Erstellung und vorheriger Vorbereitung.

/sb

P.s.: Anlass gab der heutige Artikel bei Heise

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Die Wolke hat keine Lücken

25. Oktober 2011 | No Comments »

Die Schwachstelle in Amazons Cloud Service, die von Forschern der Ruhr-Universität  Bochum gefunden wurde, ist keine Schwachstelle in Cloud-Diensten. Das liest sich jedoch leider in manchen Meldungen, als sei der Cloud-Dienst verwundbar – nur wenige wählen die Überschrift besser. Vielmehr bestanden die Schwachstelle(n) in den Webanwendungen, die zur Verwaltung dieser Dienste genutzt werden. Schwachstelle in Webanwendung != Schwachstelle im Cloud-Computing bzw. Cloud-Dienst.

Verwundbar gewesen ist hier eine SOAP-Schnittstelle zur Verwaltung von EC2-Diensten gegenüber sogenannter XML-Signature Wrapping Attacken. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass dem signierten Inhalt der SOAP-Nachricht weiterer Content hinzugefügt bzw bestehender verändert wurde, der trotz Signaturprüfung zur Ausführung für valide gehalten wurde und dadurch verarbeitet wurde.

Weiterhin sind Cross-Site-Scripting (XSS) Schwachstellen entdeckt worden.

Sollten Sie neugierig geworden sein oder wünschen Sie Beratung zum Thema Webanwendungssicherheit bzw. Prüfung von Webdiensten, so nehmen Sie doch einfach und unverbindlich Kontakt mit uns auf.

 

/sb

M 2.319 Migration eines Servers

17. September 2011 | No Comments »

Aus gegebenem Anlass  einer erfolgreichen Migration mal wieder etwas zum Thema IT-Grundschutz.

Die im Titel genannte Maßname M 2.319 Migration eines Servers aus den IT-Grundschutz-Katalogen des BSI gibt einen guten Anreiz, was bei einer Migration eines Servers zu beachten ist:

  • Welche Daten muss ich mitnehmen? Dabei wichtig: nicht nur Konfigurations- und Anwendungsdaten (wie in 90% aller Fälle) sollten übernommen werden. Sobald Kryptografie mit an Bord ist, sollte auch bedacht werden, dass die Schlüssel sicher transferiert werden.
  • Wie schaffe ich Kompatibilität? Genaue Prüfung der Kompatibilität erspart so manche Mühen, denn treten Inkompatibilitäten auf, kann das gesamte Migrationsprojekt scheitern oder zumindest nicht im dafür vorgesehenen Rahmen erfolgreich sein.
  • An welchen Rädern muss gedreht werden? Nicht nur IP-Adressen oder DNS-Namen wie in der Maßnahme genannt sind wichtige Aspekte, sondern auch weitere infrastrukturelle Aspekte wie z. B. Monitoring.
  • Wo sind kritische Wege? Hilreich ist sich im Voraus auch eine oder einige Notfallstrategien zurecht zu legen.

Ungemein Hilfreich ist die Abarbeitung einer sorgfältig zusammengestellten Migrationscheckliste. So ist sichergestellt, dass alle geplanten, wichtigen Punkte abgearbeitet werden  (Und für Menschen, die es glücklich stimmt, wenn man etwas abhaken kann, ist dies zudem motivierend  – Randbemerkung: der Autor zählt sich nur bedingt zu dieser Gattung von Menschen ;) ).

Weitere Hilfe

Sofern Sie ein schwieriges Migrationsprojekt vor sich haben und das gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, so nehmen Sie einfach und unverbindlich Kontakt mit uns auf – wir unterstützen Sie gerne mit unserem starken Know-How und unserer zielstrebigen Vorgehensweise.

/SB

P.s.: Es handelte sich heute übrigens um einen Releasewechsel unserer Groupware und vorherigem Betriebssystemrelease- und Architekturwechsel von 32 Bit auf 64Bit. Ein vergleichsweise kleines Migrationsprojekt aus unserem Portfolio – aber auch das will geplant sein.

Was ist ein gutes Passwort?

10. August 2011 | No Comments »

Was ist ein gutes Passwort – diese Frage beschäftigt uns und unsere Kunden sehr oft. Im Fokus steht in diesem Artikel dabei nicht, wie oft man ein Passwort ändern sollte, ob man es aufschreiben darf, dass man natürlich Passwörter nicht mehrfach verwenden sollte, usw., usw., usw. sondern „nur“, wie man ein gutes Passwort erhält.

Vielfach liest man Empfehlungen wie etwa beim Portal „BSI für Bürger

  • Mindestens acht Zeichen
  • Sonderzeichen und Ziffern
  • Eselsbrücken helfen

Ein Beispiel für eine Eselsbrücke wird auch gegeben: Aus dem Satz “Morgens stehe ich auf und putze meine Zähne.” nimmt man nur die 1. Buchstaben: “MsiaupmZ”. “i” sieht aus wie “1″, “&” ersetzt das “und”. Das ganze ergibt: “Ms1a&pmZ”.

Dies ergibt eine Entropie von 51 Bits. Damit benötigt man 2 hoch 51 Versuche, um alle möglichen Zeichenkombinationen auszuprobieren. Nicht schlecht.

Nimmt man den Satz der als Basis für das „leicht zu merkende“ Passwort (ohne Leerzeichen und mit „ae“ statt „ä“), also „MorgenssteheichaufundputzemeineZaehne.“ ergibt dies eine Entropie von 142 Bits. Nur mit Groß- und Kleinschreibung und einem Sonderzeichen (dem Punkt). Man tippt vielleicht etwas länger, aber vertippt sich garantiert weniger oft.

Wie schnell man ein Passwort knacken kann, hängt neben der Komplexität des Passworts vom verwendeten Hash-Algorithmus ab. Das hat man als Endanwender nicht in der Hand, diese Entscheidung trifft der Programmierer.

Nutzt man die Passwörter für die Windows-Anmeldung, werden diese z. B. mit LM gehasht gespeichert. Bedient man sich einer GPU -beschleunigten Methode (man fand heraus, dass die Rechenaufgaben für „Passwort-Knacken“ und Grafiken bereechnen sich sehr ähneln und damit eine GPU deutlich schneller als eine CPU ist) und glaubt den Herstellerangaben , so kann man mit dieser Ausstattung fast unglaubliche 250 Millionen Passwörter pro Sekunde ausprobieren.

Da hält der kurze Merker immerhin gut 10 Tage, der lange Satz hingegen mehr als sieben Jahre einem Brute-Force-Angriff stand. In Konsequenz heißt das: Nehmen Sie lieber längere Passworte, als komplizierte Sonderzeichen, die zu einem Passwort führen, dass man jeden Morgen erst nach dem dritten Versuch erfolgreich eingibt – sofern das in Ihrer verwendeten Software möglich ist. Häufig erhalten Sie eine Fehlermeldung, z. B. das Sonderzeichen fehlen oder das Passwort zu lang ist (!).

Leider gibt es derzeit keine (uns bekannte) Möglichkeit, Entropie-Vorgaben für Passwörter in Standardprogrammen zu hinterlegen. Man kann zwar meist einstellen, wie lange ein Passwort mindestens sein muss, wie viele Sonderzeichen mindestens vorkommen müssen, aber wie man sieht haben diese Indikatoren sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die tatsächliche Passwortqualität.

Es gibt natürlich noch weitere implementierungsabhängige Fragestellungen, ob ein Anmeldeverfahren als sicher gelten kann. So sind EC-Karten mit einer vierstelligen aus Zahlen bestehenden PIN gesichert, von erfolgreichen Brute-Force-Angriffen ist jedoch nichts bekannt, da die Karten nach drei Fehlversuchen gesperrt.

Dies ist sogar nach den Vorgaben des BSI in den IT-Grundschutzkatalogen zulässig. In Maßnahme M 2.11 Regelung des Passwortgebrauchs steht:

„Wenn für das Passwort nur Ziffern zur Verfügung stehen, sollte es mindestens 6 Zeichen lang sein und das Authentisierungssystem sollte den Zugang nach wenigen Fehlversuchen sperren (für eine bestimmte Zeitspanne oder dauerhaft).“

Ergebnis: Viele Jahre hat man uns antrainiert Passwörter für Menschen unlesbar, für Maschinen jedoch weiterhin leicht zu knacken zu gestalten. Eine gute Passwortrichtlinie sollte genau diese Aspekte reflektieren und prüfen, wie eine möglichst gute Entropie erzwungen werden kann, die dennoch zu gut merkbaren Passwörtern führt.

P:S.: für diesen Artikel gab es eine Inspiration

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